Rente mit 67 – Sinnvoll oder nicht?
Wenn es nach Bundesarbeitsministein Ursula von der Leyen geht, wird die Rente mit 67 kommen, ob wir wollen oder nicht. Schon heute schafft es nur jeder 20. sozialversicherungspflichtige Bürger überhaupt noch bis 65 zu arbeiten. Wie soll dann die Rente mit 67 funktionieren?
Prof. Klaus F. Zimmermann, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
Seiner Meinung nach könnte das Renteneintrittsalter sogar auf 70 angehoben werden. Zudem mache die demografische Entwicklungeine Anpassung der Rentenformel und das Absenken des Renteniveaus notwendig. Es sollten alle Erwerbseinkommen in die Versicherungspflicht einbezogen werden.
Matthias W. Birkwald, Rentenpolitischer Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion
Er sagt, dass die Rente mit 67 nur eine verkappte Rentenkürzung darstellt, da schon heute kaum noch jemand mit 65 arbeitet. Entweder halten die Bürger dies aus gesundheitlichen Gründen nicht durch, oder ihnen wird vom Arbeitsmarkt keine chance gegeben. Eine Anhebung des Eintrittsalters wird dieses Problem aber auch nicht lösen.
Judith Kerschbaumer, Rentenexpertin im Ver.di-Bundesvorstand
Ihrer Meinung nach ist die Rente mit 67 für ältere Menschen nicht zu verantworten. Wer früher in Rente geht, müsse hohe Rentenabschläge in Kauf nehmen. Dadurch wachse nur die Altersarmut.Die Regierung forciere mit der Rente mit 67 nur diese wachsende Lücke zwischen Erwerbsleben und Rente.
Heinrich L. Kolb, FDP-Bundestagsfraktion
Ein starres Eintrittsalter von 67 Jahren entspreche nicht den Vorstellungen der Bürger und viele wollen oder können nicht so lang arbeiten. Deshalb sollte der Übergang flexibel gestaltet werden. So sollten Versicherte ab dem 60. Lebensjahr entscheiden können, wann sie, bei versicherungsmathematisch korrekten Abschlägen, in Voll- oder Teilrente gehen wollen. Gleichzeitig sollten die Zuverdienstgrenzen abgeschafft werden.
