Rente nun gar mit 70?

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an …“ So hat Udo Jürgens einmal gesungen. Wir wissen nicht, was er damit gemeint hat, wagen jedoch zu bezweifeln, dass der beliebte Sänger mit 66 Jahren noch mal einen neuen Arbeitsabschnitt im Leben der Menschen einläuten wollte!? Denn schließlich geht das Lied ja weiter: „Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran.“ Spaß an der Arbeit? In diesem Alter? Wohl kaum in jeder Branche. Drauf verweisen – und das sicherlich nicht zu Unrecht -, schon jetzt all` jene, denen bereits die Rente mit 67 ein Dorn im Auge ist.

Die hatte bekanntlich die schwarz-rote Koalition 2007 beschlossen. Und das wird nun, von vielen, wieder in Frage gestellt, während andere (gemeint sind vornehmlich Stimmen aus der Wirtschaft!) gar eine Rente mit 70 für denkbar halten … Ein Thema, das – ungewohnt in diesen Tagen – offensichtlich die Opposition einmal mehr als die Koalition spaltet. Ursula von der Leyen (CDU) jedenfalls ist für die Rente mit 67, und auch FDP-Chef Guido Westerwelle sprach sich gegen Änderungen an diesem Modell aus. SPD-Chef Sigmar Gabriel dagegen hatte die Rente mit 67, auch aufgrund schlechter Jobchancen für die Älteren, wieder in Frage gestellt. Und damit Alt-Kanzler Gerhard Schröder auf den Plan gerufen, der Gabriel schleunigst widersprach. Ebenso wie führende Rentenexperten übrigens, die glauben, dass das System, ohne eine Anhebung des Renteneintritts auf 67 – zumindest mittel- und langfristig -, unfinanzierbar wird.

Ob damit dann wirklich das Arbeitsende erreicht ist? Wenn es nach Stimmen aus der Wirtschaft geht wie gesagt nicht! Was freilich Fragen aufwirft, die schon jetzt, angesichts der Jahresgrenze 67, aktuell sind: Kann ein Maurer in diesem Alter noch aktiv sein? Kann es angehen, dass ein Zimmermann noch mit 67 auf`s Dach steigt? Oder kann und darf jemand mit 67 – bereits selbst ein Senior -, noch in der Pflegebranche malochen? Hier, wo schon jetzt Not am Mann und für die Betreuung des Einzelnen kaum Zeit ist!?

Dass es so kommen könnten, ist indes beileibe nicht ausgeschlossen: „Die Menschen müssen mehr und länger arbeiten“, diese Ansicht scheint sich EU-weit durchzusetzen. Oder die Alternative, höhere Beiträge zur Altersversorgung und/oder ein geringeres Ruhegeld (zugegeben auch nicht schön!) in Kauf nehmen. Jedenfalls scheint es ein Strategiepapier zu geben, dass eine mittelfristigen Anhebung des Renteneintrittsalters auf bis zu 70 Jahre zumindest nicht ausschließt. Die steigende Lebenserwartung hat eben auch ihre Schattenseiten …

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